Inklusive ambulante Pflege – Teilhabe ermöglichen,… | MEDIFOX DAN

Wissen & Einblicke / Podcast

Inklusive ambulante Pflege – Teilhabe ermöglichen, Selbstbestimmung stärken

Veröffentlicht am 27. Juli 2026 3 Min Lesezeit
INTERVIEW PF Meike Mueller Blog 1400x788

In dieser Podcast-Episode spreche ich mit Meike Müller, Pflegedienstleitung im ambulanten Pflegedienst der Lebenshilfe Oberhavel Süd, über Teilhabe, Inklusion und die Frage, wie Pflege wirklich menschlich bleiben kann. Meike erzählt aus ihrem Alltag mit Menschen mit geistiger, körperlicher und psychischer Beeinträchtigung und macht deutlich: Gute Pflege bedeutet nicht nur Versorgung, sondern Beziehung, Geduld und ein echtes Interesse daran, wer der Mensch hinter der Diagnose ist.

Teilhabe beginnt nicht im Konzept, sondern im Alltag

Besonders eindrücklich wird das in Meikes Poetry Slam: Teilhabe ist kein schönes Wort auf Papier, sondern zeigt sich im Zuhören, Warten, Erklären und Aushalten von Unterschieden. Für Meike bedeutet Pflege, Menschen nicht passend zu machen, sondern Räume zu schaffen, in denen sie selbstbestimmt leben können. Dabei geht es nicht nur um Menschen mit Beeinträchtigung – auch ältere Menschen haben ein Recht darauf, in ihrem Tempo gesehen und unterstützt zu werden.

Pflege braucht Zeit, Beziehung und Vertrauen

Meike beschreibt, dass ihr Pflegedienst anders arbeitet als viele klassische ambulante Dienste. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Seelenpflege: Die Mitarbeitenden richten sich am Lebensrhythmus der Klientinnen und Klienten aus, reagieren flexibel auf Werkstattzeiten, spontane Aktivitäten oder individuelle Routinen. Genau darin sieht Maike gelebte Inklusion – Pflege unterstützt Teilhabe, wenn sie nicht starr nach Minuten funktioniert, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen.

Systemkritik mit Blick auf die Praxis

Gleichzeitig kritisiert Meike deutlich die Systematik hinter vielen Pflegeleistungen. Zeitvorgaben, Abrechnungssysteme und Dokumentationspflichten passen oft nicht zu dem, was Menschen wirklich brauchen. Pflegekräfte wollen helfen und personenzentriert arbeiten, geraten aber an Grenzen, wenn sie möglichst viele Klientinnen und Klienten in kurzer Zeit versorgen müssen. Meike wünscht sich deshalb weniger Minutendenken, mehr Praxisnähe und ein Pflegeverständnis, das Beziehung als fachliche Qualität anerkennt.

Diese Folge zeigt, wie viel Haltung in guter Pflege steckt. Maike macht Mut, Menschen nicht zuerst über Einschränkungen zu definieren, sondern über ihre Persönlichkeit, ihre Wünsche und ihre Möglichkeiten. Teilhabe beginnt dort, wo wir fragen: Wer ist dieser Mensch – und was braucht er, um mitten im Leben zu bleiben? Besucht uns auch gern auf unserem YouTube-Kanal und lasst Eure Fragen, Anregungen und Feedback in den Kommentaren da.

In diesem Sinne – einfach weiter Podcast hören, ich freue mich auf Euch
Eure Francesca

Das könnte dich auch interessieren

Blog_EXPO-Innovation-Award-2026

Fachbeitrag

MD Stationär

Blog_Lina-Guertler_LAY_01

Interview

MD Ambulant

MD Stationär

Jetzt Newsletter abonnieren!

Erfahren Sie als erstes von Neuigkeiten, aktuellen Aktionen und exklusiven Angeboten, rund um die MEDIFOX DAN Softwarelösungen Ambulant, Stationär, Therapie und Jugendhilfe.