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Gewaltprävention in der Pflege: Warum Konzepte nur der Anfang sind

Veröffentlicht am 07. August 2026 3 Min Lesezeit
INTERVIEW PF Kerstin Stammel Blog 1400x788

In dieser Podcast-Episode spreche ich mit Kerstin Stammel über Gewaltprävention in der Pflege und darüber, wie aus einem sensiblen Tabuthema eine gelebte Haltung in Einrichtungen werden kann.
Ausgangspunkt unseres Gesprächs ist das PEKO-Projekt, das bereits 2018 gestartet wurde und sich der partizipativen Entwicklung von Gewaltpräventionskonzepten widmet. Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf, was Gewalt in der Pflege eigentlich bedeutet, warum sie oft nicht erkannt wird und weshalb Prävention nur dann wirksam ist, wenn Mitarbeitende aktiv beteiligt werden.

Gewalt hat viele Gesichter

Wenn von Gewalt in der Pflege gesprochen wird, denken viele zunächst an körperliche Übergriffe. Doch Gewalt beginnt häufig viel früher. Sie kann in Unterlassungen, fehlender Zeit, Überforderung oder mangelnder Aufmerksamkeit entstehen.

Kerstin beschreibt eindrucksvoll, dass Gewalt nicht nur zwischen Pflegekräften und Bewohnerinnen oder Bewohnern stattfindet. Auch Angehörige, Mitarbeitende oder Bewohnerinnen und Bewohner untereinander können betroffen sein. Der erste Schritt besteht deshalb darin, überhaupt zu erkennen, wie vielfältig Gewalt im Pflegealltag auftreten kann und die eigene Wahrnehmung dafür zu schärfen.

Prävention entsteht durch Beteiligung

Ein besonderer Ansatz des PEKO-Projekts liegt in seiner Partizipation. Die Lösungen wurden nicht von außen vorgegeben, sondern gemeinsam mit Mitarbeitenden unterschiedlicher Berufsgruppen entwickelt.

Pflegekräfte, Betreuungskräfte, Hauswirtschaft, Nachtdienst, Bewohnervertretungen und Angehörige brachten ihre Erfahrungen ein und entwickelten gemeinsam Maßnahmen für ihren Alltag. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden Schulungen, Deeskalationsstrategien, Vertrauensstrukturen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für herausfordernde Situationen.

Dabei zeigt sich: Gewaltprävention funktioniert vor allem dann, wenn Menschen selbst Verantwortung übernehmen und eine gemeinsame Haltung entwickeln.

Haltung statt Schubladenkonzept

Kerstin macht im Gespräch deutlich, dass ein Gewaltpräventionskonzept allein noch keine Veränderung bewirkt. Entscheidend ist, ob die Inhalte im Alltag gelebt werden.

Dazu braucht es Mut, Offenheit und Menschen, die das Thema langfristig tragen. Gleichzeitig sind Führungskräfte gefragt, den Rahmen dafür zu schaffen und Mitarbeitende dabei zu unterstützen, schwierige Situationen anzusprechen. Denn nur dort, wo über Gewalt gesprochen werden darf, können Veränderungen entstehen.

Diese Folge zeigt, dass Gewaltprävention kein einmaliges Projekt ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Sie beginnt mit Aufmerksamkeit, lebt von Reflexion und braucht Menschen, die bereit sind hinzuschauen. Besucht uns auch gern auf unserem YouTube-Kanal und lasst Eure Fragen, Anregungen und Feedback in den Kommentaren da.

Hinweis: Gewalt in der Pflege kann Betroffene, An- und Zugehörige sowie beruflich Pflegende gleichermaßen belasten. Wenn Sie Unterstützung suchen oder über eigene Erfahrungen sprechen möchten, können Pflegeberatungsstellen, Pflegestützpunkte, Selbsthilfeangebote oder Beratungsstellen in Ihrer Region erste Anlaufstellen sein.

In diesem Sinne – einfach weiter Podcast hören, ich freue mich auf Euch.

Eure Francesca
PflegeFaktisch

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