PflegeFaktisch mit Francesca
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Von der Verpflichtung zur Veränderung: Telematik – Infrastruktur in der Pflege
In dieser Podcast-Episode spreche ich mit Sandra Stange (Referentin für Digitalisierung in der Pflege beim BPA) live von der Altenpflegemesse 2026 darüber, warum die Telematikinfrastruktur (TI) in der Pflege so viel Diskussion auslöst – und wo sie uns ganz konkret entlasten kann. Ich nehme euch mit in ein Gespräch, das ehrlich ist: zwischen „Muss halt“ und „Kann richtig gut werden“.
TI: viel Pflicht, wenig Gefühl von Mehrwert
Ich höre aus dem Feld (und spüre es selbst): Pflegeeinrichtungen haben genug Baustellen – und TI kommt oft als zusätzliches, technisches Thema oben drauf. Sandra bringt es auf den Punkt: Die TI wurde nicht „aus Pflege heraus“ gebaut, sondern fürs gesamte Gesundheitswesen. Und solange viele den Nutzen nur mit „sichere Kommunikation über KIM“ verbinden, bleibt die Frage: Warum so viel Aufwand für eine sichere E Mail?
Der Anschluss ist nicht das Ziel – danach beginnt die Arbeit
Ein Satz, der mir im Gespräch besonders hängen bleibt: „Wir dürfen die TI nicht als Sache sehen, die wir einmal einführen und dann ist fertig.“ Viele sind endlich angebunden – und stehen dann da mit: Was machen wir jetzt damit?
Sandra beschreibt sehr praxisnah, was danach kommt: Prozesse umstellen, Mitarbeitende mitnehmen, Fax verabschieden, und gleichzeitig aushalten, dass es nur funktioniert, wenn alle Beteiligten (auch Ärzt:innen und Kassen) wirklich mitziehen.
Wo es richtig spannend wird: Use Cases, die Pflege wirklich entlasten
Wenn TI überzeugen soll, braucht es Anwendungen, die Zeit sparen und Fehler vermeiden. Sandra nennt zwei echte Hoffnungsträger:
- E-Verordnung HKP (geplant Mitte 2027): weniger Rückfragen, weniger Papier, transparentere Genehmigungsprozesse.
- Vollelektronische Abrechnung über TI/KIM (ambulant bereits möglich): schnelleres Feedback, schnellere Zahlungen, weniger Papier – vorausgesetzt, die digitale Leistungserfassung steht.
Für mich war das Gespräch ein guter Reality-Check: TI ist aktuell oft zu technisch erklärt und zu wenig nutzenorientiert eingeführt worden. Aber sobald konkrete, alltagstaugliche Anwendungen greifen, kann daraus echte Entlastung entstehen – nicht nur „Digitalisierung um der Digitalisierung willen“. Und ganz wichtig: Wir als Pflege müssen unsere Perspektive sichtbar machen, damit Lösungen nicht an uns vorbei entwickelt werden. Besucht uns auch gern auf unserem YouTube-Kanal und lasst Eure Fragen, Anregungen und Feedback in den Kommentaren da. In diesem Sinne – einfach weiter Podcast hören, ich freue mich auf Euch.
Eure Francesca
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