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PflegeFaktisch mit Francesca

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Vom Buch zur Politik: Hat sich die Pflege wirklich bewegt?

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In dieser Podcast-Episode spreche ich mit Andrea Würtz und Bastian Klamke über ihr Buch „(Altenpflege) Kämpfen statt kündigen“ – und darüber, warum „Kämpfen“ in der Pflege nicht gegen Kolleg:innen gerichtet ist, sondern für die Menschen, die uns anvertraut sind. Am Beispiel Schliersee, beim Thema „Whistleblowing“ und mit Blick auf den Pflegealltag geht es um Verantwortung, Grenzen – und darum, wie Veränderung trotzdem möglich wird.

 

Warum „Kämpfen“? Provokation als Weckruf – und als Haltung „für“ Menschen mit Versorgungsbedarf

Ich spreche mit Andrea Würtz und Bastian Klamke darüber, wie ihr gemeinsames Buch entstanden ist: Andrea wollte kein Skandalbuch, sondern ein pragmatisches Buch „für Kolleg:innen“ – und holte Bastian wegen seiner Cartoons als Türöffner für schwierige Themen ins Boot. Der Titel ist bewusst provokant: Gemeint ist ein Kämpfen für die Schutzbefohlenen (Garanten- und Advokatenrolle) – nicht gegen Kolleg:innen, sondern gegen Bequemlichkeit, Verantwortungsdiffusion und das Narrativ „Ich kann eh nichts ändern“.


Schliersee, Kontrolle und Verantwortung: „Das ist kein Whistleblowing“

Andrea schildert den „Schliersee“-Fall aus der Corona-Zeit: In einer Private-Equity-geführten Seniorenresidenz (ehem. Hotel) wurden massive Versorgungs- und Pflegemissstände sichtbar – mit 17 ungeklärten Todesfällen und mindestens 100 Fällen schwerer Körperverletzung (teils durch unterlassene Hilfeleistung). Für sie zeigt das: Es gibt viele Regeln, aber Kontrolle und Durchsetzung sind oft zu langsam. Gleichzeitig betont sie: „Das ist kein Whistleblowing“, sondern pflegefachliche Verantwortung – gestützt auf eine „Tasche voller Spielregeln“ (u. a. Straf-/Sozialrecht, Pflegeberufegesetz, Berufsordnungen, ICN-Ethikkodex). Bastian ergänzt, dass Missstände nach Berichten wie Wallraff häufig relativiert werden („ist doch nicht alles schlecht“) – statt sie als Auftrag zur Verbesserung zu nutzen; das Hinweisgeberschutzgesetz sei zwar wichtig, in der Praxis aber noch lückenhaft.

 

Raus aus dem Teufelskreis: Einigkeit, Mut und alltagstaugliche Hebel

Beide beschreiben einen Teufelskreis: Überlastung frisst Energie – und ohne Engagement ändert sich zu wenig. Andrea kritisiert, dass „Kündigen und woanders hingehen“ das Problem nur verlagert, und fordert mehr Team-Ehrlichkeit – etwa wenn 1 Pflegefachperson + 2 Assistenzkräfte im Nachtdienst 96 Bewohner versorgen sollen: Dann müsse man sagen können „Nee, geht nicht“. Für strukturelle Veränderung braucht es außerdem Ehrlichkeit und Einigkeit: Die Pflege sei in der eigenen Bubble oft zerstreut, während andere Berufsgruppen (Andrea nennt die Ärztekammer) mit einer Stimme auftreten. Pflegekammern sieht sie als Chance „auf größerer Fläche“ – wenn klar ist, was man will. Als zusätzlicher Hebel wird verständliche Kommunikation betont, z. B. über Cartoons, die Komplexität in Bilder übersetzen und Gesprächsanlässe schaffen.

Unterm Strich geht es um professionelles Einstehen: Missstände benennen ist kein Angriff auf Kolleg:innen, sondern Teil der Verantwortung gegenüber den Menschen, die Pflege brauchen. Schliersee steht dabei als drastisches Beispiel – und als Mahnung, dass Regeln ohne wirksame Kontrolle nicht reichen. Veränderung beginnt trotzdem im Alltag: Grenzen klar benennen, im Team ehrlich sein, sich verbinden und die eigene Stimme stärker nutzen. Besucht uns auch gern auf unserem YouTube-Kanal und lasst Eure Fragen, Anregungen und Feedback in den Kommentaren da. In diesem Sinne – einfach weiter Podcast hören, ich freue mich auf Euch.

 

Eure Francesca
 


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