PflegeFaktisch mit Francesca
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KI, die mitdenkt – wie Veli den Haushalt zum Beschützer macht
In dieser Podcast-Episode spreche ich mit Jan-Peter, Mitgründer und Geschäftsführer von Veli, darüber, wie Sicherheit in der Häuslichkeit neu gedacht werden kann – ohne Kameras oder zusätzliche Sensorik im Wohnraum. Veli nutzt stattdessen bereits vorhandene Daten aus Strom-, Wasser- und Heizungszählern, um ungewöhnliche Muster zu erkennen und im Ernstfall automatisch die richtigen Kontakte zu informieren. Im Fokus steht eine Technik, die im Hintergrund bleibt und Menschen dabei unterstützen soll, länger selbstbestimmt zu Hause zu leben.
Von der Automobilindustrie ins Wohnzimmer: Wie die Idee entstand
Das Gründerteam kommt aus der Automobilindustrie, wo datenbasierte Früherkennung und automatische Alarmierung längst Standard sind. Der entscheidende Impuls für Veli war jedoch persönlich: Die Großmutter eines Mitgründers stürzte, der Hausnotrufknopf lag ungenutzt im Nachttisch – Hilfe kam zu spät. Daraus entstand die Frage, warum Autos längst selbstständig Hilfe rufen können, das eigene Zuhause aber häufig noch vom Zufall abhängt.
So funktioniert Veli: Muster erkennen statt Einzelereignisse
Veli lernt das individuelle „Normalverhalten“ in einem Haushalt und bewertet nicht einzelne Signale, sondern das Zusammenspiel mehrerer Auffälligkeiten. Bleiben typische Routinen aus (z. B. kein Wasserverbrauch im Bad, kein Strom für Licht oder Kaffeemaschine), wird das System aufmerksam. Gleichzeitig soll es alltagstauglich bleiben: Ein ausgelassener Kaffee führt nicht zum Alarm – erst deutliche, kombinierte Abweichungen. Im Ernstfall werden hinterlegte Kontakte oder angebundene Hausnotrufzentralen informiert, damit der „Kreis geschlossen“ wird: jemand ruft an, fragt nach und schaut im Zweifel vorbei.
Praxis, Akzeptanz und Datenschutz: Sicherheit als „Airbag“
Veli versteht sich als niedrigschwellige Sicherheitslösung, die nicht ständig präsent ist, sondern im Hintergrund „mitläuft“ – ähnlich wie ein Airbag, den man hoffentlich nie braucht. Gerade für ältere Menschen ist Akzeptanz entscheidend: Statt mit „KI“ zu argumentieren, wird das System möglichst einfach erklärt (z. B. „Wenn ungewöhnlich lange kein Wasser/Strom genutzt wird, gibt es eine Meldung“). Auch beim Datenschutz positioniert sich Veli als vergleichsweise datensparsam, weil nur ohnehin vorhandene, technisch begrenzte Verbrauchsdaten genutzt werden – ohne Einblicke per Kamera oder Mikrofon.
Die Folge zeigt, wie bestehende Infrastruktur (Zählerdaten) für mehr Sicherheit in der Häuslichkeit genutzt werden kann – ohne den Alltag zu verändern oder zusätzliche Sensorik zu installieren. Veli setzt auf Mustererkennung, geringe Fehlalarme und klar definierte Eskalationswege über Angehörige oder Hausnotrufzentralen. Als „Airbag für die Wohnung“ kann das System helfen, Risiken früh zu erkennen und dadurch ein längeres, selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen.
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Eure Francesca
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